Tenniskarriere [Bearbeiten] Jugendjahre (1981–1998) [Bearbeiten] Anders als bei vielen Größen der Tennisgeschichte, macht Roger Federer in seinen jungen Jahren als Tennistalent nur recht wenige Schlagzeilen. Wie auch in seiner späteren Profikarriere zeichnet er sich eher durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung aus, die spektakulären Erfolge in der Jugendzeit bleiben aus. So gibt es keine großangelegten Reportagen über den jungen Federer (wie es bei anderen Tennistalenten wie Andre Agassi, Martina Hingis oder Steffi Graf der Fall war), der mit drei Jahren das Tennisspielen beginnt und mit acht Jahren dem größeren Tennisclub TC Old Boys beitritt, wo seine Weiterentwicklung maßgeblich durch die Trainer Adolf Kacovsky und Peter Carter vorangetrieben wird. Mit zwölf entscheidet sich Federer dazu, sich vollkommen auf den Tennissport zu konzentrieren und seine ebenfalls ausgeprägten Talente im Fußballsport aufzugeben. 1995 folgt die Entscheidung ins nationale Trainingscenter der Schweiz in Ecublens zu wechseln. Ab sofort wird Federer effektiv vom Schweizer Verband gefördert und kann in den Jahren 1995-1997 sieben Schweizer Juniorenmeistertitel erringen. Ab dem Jahr 1997 beginnt Federer auch vermehrt an internationalen Turnieren teilzunehmen und kann im Mai in Prato seinen ersten größeren internationalen Juniorentitel gewinnen. Gleichzeitig fällt auch die Entscheidung die Schule im Alter von 16 Jahren zu verlassen und sich in Zukunft nur noch auf die Tenniskarriere zu konzentrieren, zu diesem Zeitpunkt ein Risiko, da Federer sich zwar durchaus bereits einen Namen auf der Juniorenturnier gemacht hat, aber vom Sport alleine noch lange nicht leben kann. Doch 1998 folgt der endgültige Durchbruch auf der Juniorentour, im Januar verpasst er das Endspiel der Junioren Australian Open nur knapp, in Wimbledon folgt der Sieg im Einzel als auch im Doppel. Diese Erfolge ermöglichen Federer auch erste Turnierteilnahmen auf der Profitour, wo er in Gstaad 1998 sein erstes Profimatch bestreitet. Später im Jahr ist Federer voll und ganz im Kampf um den ersten Platz auf der Juniorentour verwickelt, eher nebenbei erreicht er in Toulouse das Viertelfinale auf der Profitour. Sein letztes Turnier auf der Juniorentour ist der prestigeträchtige Orange Bowl in Florida, den Federer gewinnt und sich damit auch Platz 1 der Juniorenrangliste zum Jahresende sichert, nicht nur ein Prestigeerfolg, sondern auch ein großes Sprungbrett für den Einstieg auf der Profitour. Die ersten Profijahre (1999–2000) [Bearbeiten] Der offizielle Status als Junioren-Weltmeister und Junioren-Wimbledonsieger hilft dem mittlerweile 17-jährigen Federer auch auf der Profitour schnell Fuß zu fassen. Er erhält im Laufe seiner ersten vollständigen Profisaison zahlreiche Wildcards für wichtige Turniere und hat so schon im Frühjahr sein Ziel, am Ende der Saison unter den 200 besten Spielern der Welt geführt zu werden deutlich übertroffen. Auch im Davis Cup, bei dem Federer für die Schweiz in diesem Jahr sein Debüt gibt, steigt er schnell zum Leader des Teams auf und führt sein Land bis ins Viertelfinale des Wettbewerbs. Nach einem mäßigen Sommer mit ersten Teilnahmen bei den Grand-Slam-Turnieren in Paris und Wimbledon erreicht Federer (der sich durch seine besondere Stärke bei Hallenturnieren auszeichnet) in Wien sein erstes Halbfinale auf der ATP-Tour und schafft den Sprung unter die besten 100 Spieler der Tennis-Weltrangliste, wo er die Saison auf Platz 64 beendet. Nach den Erfolgen im Debütjahr setzt sich Federer für die Saison 2000 eher bescheidene Ziele - die Etablierung unter den besten 50 Spielern der Welt. Immernoch zeigt sich Federer als Hallenspezialist, auch wenn ihm in dieser Saison auch erstmals Erfolge bei Freiluftturnieren gelingen. In Marseille erreicht Federer anfang des Jahres sein erstes Finale auf der Profitour, das er gegen seinen erfahrenen Landsmann Marc Rosset verliert. Nachdem der Sprung unter die Top-50 der Welt damit bereits vollzogen ist, werden die Ziele für die Saison auf Platz 25 hochkorrigiert.Größere Schlagzeilen macht allerdings die Trennung vom Schweizer Verband und damit auch seinem Coach Peter Carter. Federer begründet den Schritt damit, dass er mittlerweile in der Lage sei auf eigenen Füßen zu stehe und die Unterstützung des Verbandes nicht weiter benötige. Als neuen Trainer verpflichtet er den Schweden Peter Lundgren, der das große Talent aber auch noch deutliches Entwicklungspotenzial in seinem 18-jährigen Schützling erkennt. Die Sommersaison bestreitet Federer erneut erfolglos und seine Bilanz bei wichtigen Turnieren bleibt weiterhin bescheiden. Dennoch nominiert ihn sein Verband für die Olympischen Spiele in Sydney, wo Federer überraschend das Halbfinale erreicht, im Spiel um den dritten Platz letztlich aber die Chance auf eine Medaille vergibt. Bei seinem Heimturnier in Basel erreicht Federer ein zweites Finale auf der ATP-Tour, ist aber erneut unterlegen und verpasst mit Platz 29 in der Weltrangliste auch sein ausgegebenes Saisonziel. Im Winter verpflichtet er Pierre Paganini als Fitnesscoach, um auch körperlich den Anforderungen der Weltspitze gerecht zu werden. Vom ersten Turniererfolg zum Wimbledonsieg (2001–2003) [Bearbeiten] Einen erneuten Schritt Richtung Tennis-Weltspitze machte Roger Federer in der Saison 2001. So schaffte er nach ordentlichem Saisonbeginn (Viertelfinale in Sydney und dritte Runde bei den Australian Open) seinen ersten Turniererfolg auf der ATP-Tour in Mailand. Nach einem etwas überraschenden Davis-Cup-Erfolg der Schweiz über die USA (am Ende reichte es für die Schweiz aber nicht für einen Sieg gegen Frankreich im Viertelfinale) machten Halbfinalteilnahmen in Marseille und Rotterdam (wo Federer an der Seite von Jonas Björkman der erste Doppeltitel seiner Karriere glückte) Federer zu einem der erfolgreichsten Spieler der noch jungen Saison. Der Viertelfinaleinzug bei den Masters-Series-Turnieren in Miami und Monte Carlo verstärkte diesen Eindruck noch einmal, dass er dieses Resultat dann aber auch bei den French Open auf dem von ihm eher ungeliebten Sandplatz erreichte, verblüffte auch so manchen Experten. Der folgende Wechsel auf den Rasenplatz gelang dem 19jährigen ohne Probleme, im Gegenteil, nach starken Vorstellungen in Halle (Viertelfinale) und 's-Hertogenbosch (Halbfinale) galt Federer für manche Experten sogar als Geheimtipp für den Titel beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt in Wimbledon. Dort konnte er im Achtelfinale des Turniers den siebenfachen Titelträger Pete Sampras, der 31 Spiele in Folge in Wimbledon ungeschlagen gewesen war, bezwingen. Die Erfolgsserie des Schweizers endete dann aber im Viertelfinale, als er dem Briten Tim Henman in einem eng geführten Spiel unterlag. Im Turnierverlauf hatte sich Federer eine Leistenverletzung zugezogen, die sich in den weiteren Spielen verschlimmerte. Statt eine Turnierpause einzulegen, präsentierte sich Federer nach seinen starken Leistungen in Wimbledon auch dem heimischen Publikum in Gstaad (wo er die Doppelkonkurrenz an der Seite von Marat Safin gewinnen konnte), woraufhin ihn die Verletzung letztlich zu einer sechswöchigen Verletzungspause zwang. Hatte der Schweizer nach Wimbledon den Sprung unter die besten zehn Spieler der Welt geschafft, so warf ihn diese Verletzungspause nun wieder deutlich zurück. Erst zu den US Open war Federer wieder fit, wo er eine angesichts des Wettkampfrückstands ordentliche Achtelfinalplatzierung erreichte, die ihm zusammen mit einem Finaleinzug bei seinem Heimturnier in Basel aber nur noch zu Platz 13 in der Weltrangliste reichte. Roger Federer in Athen 2004 vergrößern Roger Federer in Athen 2004 Wie schon in den vergangenen Jahren schaffte Federer auch mit der Saison 2002 einen erneuten Sprung nach vorne in der Weltrangliste. So begann der Schweizer die Saison mit dem zweiten Turniersieg seiner Karriere beim Turnier in Sydney. Es folgte das Aus beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison, den Australian Open. Dabei verlor Federer das Spiel gegen Tommy Haas im fünften Satz mit 6-8, nachdem er zuvor einen Matchball nicht verwerten konnte. Nach einer Finalteilnahme in Mailand reichten zwei Siege nicht aus, um das Ausscheiden der Schweizer Davis-Cup-Mannschaft gegen Russland in der ersten Runde zu verhindern. In der Folge zeigte Federer wechselhafte Leistungen, auf der einen Seite starke Resultate in Rotterdam (Viertelfinale und die erfolgreiche Doppel-Titelverteidigung zusammen mit Max Mirny) und beim Miami-Masters (Finale), auf der anderen Seite frühe Niederlagen bei anderen wichtigen Turnieren. Einen Monat nach seiner ersten Finalteilnahme bei einem Masters-Series-Turnier schaffte er diesmal auch den letzten Schritt und gewann das erste Turnier der dritthöchsten Turnier-Kategorie (nach Grand-Slam-Turnieren und Masters Cup) seiner Karriere in Hamburg im Finale gegen den ehemaligen Doppelpartner Marat Safin. Zwei Wochen später scheiterte er dann aber in der ersten Runde der French Open. Rechtzeitig zur Rasenplatzsaison zeigte Federer wieder starke Resultate (Halbfinale in Halle, Viertelfinale in 's-Hertogenbosch) und galt wieder als einer der Favoriten für Wimbledon, wo er dann aber eine, nach den Leistungen des Vorjahres unerwartete, Erstrundenniederlage gegen Mario Ancic erlitt. Die folgenden Wochen und Monate führten zu einer Reihe von frühen Turnierniederlagen (einzig der Doppelturniersieg in Moskau, wiederum an der Seite von Max Mirnyi, war als positives Resultat zu vermelden. Wesentlich schmerzhafter war für Federer jedoch der Verlust seines langjährigen Trainers und Freundes Peter Carter, der bei einem Autounfall im August 2002 ums Leben kam. Letztendlich konnte Federer erst in Wien wieder an die Form des Frühjahres anknüpfen und widmete Carter seinen dritten Saisontitel. Dem Sieg in Wien folgten gute Auftritte beim Madrid-Masters (Viertelfinale), beim Turnier in Basel (Halbfinale) und beim Paris-Masters (Viertelfinale), die dafür sorgten, dass der Schweizer erstmals beim saisonabschließenden Masters-Cup der besten acht Spieler teilnehmen durfte. Federer gewann überraschend alle seine drei Gruppenspiele und traf als Gruppensieger auf den Weltranglistenersten Lleyton Hewitt im Halbfinale des Turniers. Federer verlor nach einem knappen Matchverlauf mit 5-7 im dritten Satz und beendete die Saison auf Platz sechs der Weltrangliste. Federer begann die Saison 2003 mit dem Viertelfinaleinzug beim Turnier in Doha. Bei den Australian Open scheiterte er in fünf Sätzen im Achtelfinale gegen den Argentinier David Nalbandian. Nach dem klaren Davis-Cup-Erfolg in der ersten Runde über die Niederlande gewann er die ersten beiden Saisontitel in Marseille und Dubai, gefolgt von einem Viertelfinaleinzug beim Miami-Masters (wo er den ersten Masters-Doppeltitel seiner Karriere gewann). Mit drei gewonnenen Punkten im Duell gegen Frankreich führte der Schweizer sein Land erstmals in seiner Karriere ins Halbfinale des Davis Cups. Ende April folgte der dritte Saisonsieg in München und der Finaleinzug beim Masters-Turnier in Rom. Nach diesen guten Sandplatzleistungen folgte das Erstrundenaus bei den French Open gegen Luis Horna. In den nächsten Wochen dominierte Federer auf den Rasenplätzen und konnte das Vorbereitungsturnier in Halle gewinnen, bevor er in Wimbledon mit nur einem Satzverlust das Finale erreichte. Dort wurde er der erste Schweizer Grand-Slam-Sieger, indem er den Australier Mark Philippoussis mit 7-6 (7-5), 6-2, 7-6 (7-3) schlagen konnte. Nach 15 Siegen in Folge riss die Siegesserie des Schweizers schließlich im Finale von Gstaad. Anfang August hatte Federer die Chance, mit einem Sieg über Andy Roddick im Halbfinale des Canada-Masters erstmals in seiner Karriere die Spitzenposition der Weltrangliste einzunehmen, doch er verlor im Tie-Break des dritten Satzes. Nach der relativ frühen US-Open-Niederlage im Achtelfinale war der Sprung auf den ersten Platz nur noch theoretisch möglich. Im Halbfinale des Davis Cups hatte Federer die Möglichkeit, das Duell gegen Australien zum 2-2 auszugleichen, verlor die Partie gegen Lleyton Hewitt aber noch, nachdem er bereits mit 2-0 nach Sätzen geführt hatte. Nach dem sechsten Saisonsieg in Wien konnte Federer zum ersten Mal in seiner Karriere den saisonabschließenden Masters Cup im Finale gegen Andre Agassi gewinnen und beendete die Saison so auf Platz zwei der Weltrangliste. Roger Federer wurde 2003 zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Er erhielt daneben den Baselbieter Sportpreis und anlässlich der Swiss Award Millionen Gala wurde er zudem vom Schweizer Fernsehpublikum zum Schweizer des Jahres erkoren. An der Spitze der Tenniswelt (2004–2006) [Bearbeiten] Ohne weitere Turniervorbereitung startete Federer in die Saison 2004 bei den Australian Open in Melbourne und konnte das Turnier im Finale gegen Marat Safin gewinnen und damit den zweiten Grand-Slam-Erfolg seiner Karriere erzielen. Einen Tag nach diesem Erfolg wurde der Schweizer erstmals in seiner Karriere auf Platz eins der Tennis-Weltrangliste geführt, eine Position, die er seitdem in über 140 Wochen bis heute ununterbrochen halten konnte. Bis zum Beginn der French Open verlor Federer nur drei Spiele und ging mit einer Matchbilanz von 32-3 und drei weiteren Saisontiteln in Dubai, Indian Wells und Hamburg an den Turnierstart. In der dritten Runde endete das Turnier für Federer, der Gustavo Kuerten in drei Sätzen unterlegen war, zwei Wochen später allerdings seinen Titel in Halle verteidigen konnte und in Wimbledon mit nur einem Satzverlust ins Finale einzog. Hier schlug der Schweizer den Amerikaner Andy Roddick und verteidigte damit seinen Vorjahrestitel erfolgreich. In den folgenden Wochen baute Federer seine Siegesserie mit Titeln in Gstaad und Toronto weiter aus, bis er schließlich nach 23 Siegen in Folge in Cincinnati in der ersten Runde scheiterte. Auch beim Olympischen Tennisturnier in Athen erlitt Federer (der zum Fahnenträger der Schweiz ernannt wurde) eine frühe Niederlage in der zweiten Runde gegen TomᚠBerdych, konnte sich aber mit dem dritten Grand-Slam-Titel des Jahres bei den US Open im Finale gegen Lleyton Hewitt rehabilitieren. Durch den Erfolg wurde Federer der erst vierte männliche Spieler in der Open Era des Tennissports, der drei Grand-Slam-Turniere in einer Saison gewinnen konnte. Nach seinem zehnten Saisontitel in Bangkok musste Federer die folgenden Turniere verletzungsbedingt absagen und kehrte erst zum Masters Cup auf die Tour zurück, den er erfolgreich verteidigen konnte und damit zum ersten Mal in seiner Karriere eine Saison auf Platz eins der Weltrangliste beendete. Roger Federer in Wimbledon 2005. vergrößern Roger Federer in Wimbledon 2005. Seinen ersten Titel des Jahres 2005 gewann Roger Federer im Finale des ATP-Turniers von Doha gegen Ivan Ljubičić aus Kroatien. Doch die Möglichkeit, erstmals in seiner Laufbahn drei Grand-Slam-Turniere in Folge zu gewinnen, endete im Halbfinale der Australian Open als er Vorjahresfinalist Marat Safin in fünf Sätzen unterlegen war. Bis zum Start der Sandplatzsaison verlor Federer kein weiteres Spiel und sicherte sich in Rotterdam, Dubai, Indian Wells und Miami die Saisontitel zwei bis fünf. Beim Masters-Series-Turnier in Monte Carlo musste der Schweizer im Viertelfinale die zweite Saisonniederlage hinnehmen, während er sich einen Monat später in Hamburg ohne Satzverlust seinen sechsten Saisontitel erspielte. Erstmals in seiner Karriere schaffte Federer bei den French Open den Sprung ins Halbfinale, musste sich aber dem späteren Sieger Rafael Nadal geschlagen geben. In den Wochen und Monaten nach dem Turnier in Roland Garros dominierte Federer die Tour mit der fünftlängsten Siegesserie der Open-Era-Tennisgeschichte von 35 Siegen, neben den Turniersiegen in Halle, Cincinnati und Bangkok (wo er sich vorzeitig den Platz an der Weltranglistenspitze zum Saisonende sicherte) gewann er seine Grand-Slam-Titel fünf und sechs in Wimbledon (im Finale gegen Andy Roddick) beziehungsweise bei den US Open (im Finale gegen Andre Agassi). Zum Jahresende musste Federer erneut eine längere Verletzungspause einlegen und kehrte wie im Vorjahr erst zum saisonabschließenden Masters-Cup auf die Tour zurück. Ohne weitere Turniervorbereitung und mit physischem Rückstand spielte er sich bis ins Finale des Turniers vor, wo gegen den Argentinier David Nalbandian seine zwei Jahre andauernde Siegesserie in Finalspielen endete, als Nalbandian das Spiel in fünf Sätzen mit 6-7, 6-7, 6-2, 6-1, 7-6 für sich entscheiden konnte. Mit vier Saisonniederlagen und einer Bilanz von 81-4 im Jahr 2005 verpasste Federer nur knapp den Rekord von John McEnroe, der 1984 in 85 Begegnungen dreimal bezwungen wurde. Federer begann die Saison 2006 mit der erfolgreichen Titelverteidigung beim Turnier in Doha und dem Gewinn des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison, den Australian Open. Mit diesem Sieg war Federer der erst zweite Spieler (neben Pete Sampras) seit Rod Laver 1969, der drei Grand-Slam-Turniere in Folge gewinnen konnte. Nach einem Monat Turnierpause kehrte Federer zurück auf die Tour und verlor das Finale in Dubai gegen Rafael Nadal (womit seine Rekordgewinnserie von 56 Siegen auf Hartplatz-Belag endete). In den folgenden Wochen gelang Federer erneut der Doppelerfolg in Indian Wells und Miami. Zur speziellen Vorbereitung auf die French Open plante Federer in diesem Jahr erstmals seit 2002, wieder an allen drei Masters-Series-Turnieren auf Sand (Monte Carlo, Rom, Hamburg) teilzunehmen. Nachdem er allerdings sowohl in Monte Carlo als auch Rom jeweils das Finale erreichte (und in beiden Spielen Rafael Nadal unterlegen war) entschied er sich gegen eine Teilnahme beim Turnier in Hamburg. Im Mai/Juni 2006 gelang es Roger Federer wiederum nicht, die French Open in Paris das erste Mal für sich zu entscheiden. Im Finale unterlag er seinem Dauerrivalen Rafael Nadal, dem er damit zum vierten Mal in einem Finale eines Turniers der diesjährigen Tour unterlegen war. Mit dieser Niederlage platzte zugleich auch seine Chance auf den Grand Slam 2006. Wie schon im vergangenen Jahr hat der Schweizer für die neue Saison zwei große Ziele angegeben: Zum dritten Mal in Folge ein Tennisjahr auf Platz eins der Weltrangliste zu beenden und das bedeutendste Tennisturnier der Welt in Wimbledon zum vierten Mal in seiner Karriere zu gewinnen. Ersteres ist Roger Federer bereits seit dem 10. September 2006 sicher, da er aufgrund seines grossen Vorsprungs bis Ende Jahr nicht mehr eingeholt werden kann. Letzteres erreichte er durch seinen Sieg über Rafael Nadal am 9. Juli 2006. Vor den French Open galt Federer nach Einschätzung einiger Experten als der erste Spieler seit vielen Jahren, der eine realistische Chance habe, alle vier Grand-Slam-Turniere in einer Saison zu gewinnen – eine Leistung, die erst dreimal in der Geschichte des Turniersports erreicht wurde. Den ersten Schritt hatte Federer mit dem Gewinn der Australian Open im Januar vollzogen, der nächste Schritt sollte bei den French Open (Mai/Juni) folgen, die Federer in seiner Karriere noch nicht gewinnen konnte. Dies blieb ihm auch im Jahr 2006 verwehrt. Bei den US Open (August/September 2006) in New York konnte Federer bereits seinen dritten Sieg in diesem Turnier einfahren. Am 19. November krönte Federer sein überragendes Jahr 2006 mit dem Gewinn des ATP-Masterscup in Shanghai. Im Finale besiegte er den US-Amerikaner James Blake 6:0, 6:3, 6:4. Persönliches [Bearbeiten] Roger Federer, der Sohn eines Schweizers und einer Südafrikanerin, wuchs in Münchenstein, einem Vorort von Basel, auf. Er spricht drei Sprachen (Hochdeutsch, neben Baseldeutsch, Englisch und Französisch) fließend und kann deshalb in Pressekonferenzen und Interviews auch immer zwischen den einzelnen Sprachen problemlos wechseln. Er ist liiert mit seiner Landsfrau Miroslava (Mirka) Vavrinec, einer ehemaligen Profi-Tennisspielerin, die ihre Karriere 2002 wegen einer Fußverletzung beendete. Die beiden lernten sich am Rande der Olympischen Spiele 2000 in Sydney kennen. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen kann Mirka Roger beruflich sowohl als Beraterin als auch als Trainingspartnerin unterstützen. Im Dezember 2003 gründete Federer eine Stiftung, die Hilfsprojekte für Kinder, hauptsächlich in Südafrika, dem Heimatland seiner Mutter, finanziell unterstützt. Zudem war Federer auch sehr stark in die Tsunami-Hilfsprojekte nach der Katastrophe im Dezember 2004/Januar 2005 involviert und spielte eine Reihe von Benefiz-Turnieren zur Unterstützung der Betroffenen. Im April 2006 wurde Roger Federer als erster Schweizer zum UNICEF-Botschafter ernannt. Federer interessiert sich auch sehr für den lokalen Fußball und ist Fan des FC Basel und der Schweizer Nationalmannschaft. Auszeichnungen [Bearbeiten] In seiner bisherigen Karriere hat Federer eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, unter anderem wurde er von der ATP zum Spieler der Jahre 2004 und 2005 ernannt. Zudem wurde er zwei Mal zum Weltsportler des Jahres ernannt. In seinem Heimatland wurde Federer zweimal zum Schweizer Sportler des Jahres und einmal zum Schweizer des Jahres gewählt. Eine ausführliche Auflistung seiner Auszeichnungen findet sich bei http://www.goroger.net/fact.html. Rekorde [Bearbeiten] * Grand-Slam-Turniere Roger Federer ist neben Richard Sears (in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts) der einzige Spieler in der Tennisgeschichte, der seine ersten sieben Grand-Slam-Finals gewonnen hat. Er ist außerdem der erst vierte Spieler, der in einer Saison drei Grand-Slam-Turniere gewinnen konnte (2004 und 2006) und dabei auch der erste, der daneben auch den Masters-Cup gewann (2004 und 2006). Neben John McEnroe und Ivan Lendl ist Federer der einzige Spieler der Open-Ära, der die US Open dreimal in Folge gewinnen konnte. Zudem ist der Schweizer der erste Spieler, der den Hattrick von Wimbledon- und US-Open-Titelgewinn in drei aufeinander folgenden Jahren (2004 bis 2006) erreichte. Roger Federer ist der erste Spieler der Open-Ära, der sechs Grand-Slam-Finalspiele in Folge erreichte (seit Wimbledon 2005 / Serie dauert noch an). Zusätzlich ist Federer auch einer von nur vier Spielern in der Open-Ära, denen es gelang, in einer Saison mindestens das Halbfinale bei jedem der vier Grand-Slam-Turniere zu erreichen (2005 und 2006). Letztendlich ist Roger Federer neben Ivan Lendl der einzige Spieler, der bei zehn Grand-Slam Turnieren in Folge mindestens das Halbfinale erreichen konnte (seit Wimbledon 2004 / Serie dauert noch an). Neben Rod Laver (1969) ist Roger Federer der einzige Spieler, der in einem Jahr bei sämtlichen Grand-Slam-Turnieren das Finale erreichte (2006). Rekord-Weltranglistenerste im Herrentennis Rang Nationalität Name Wochen 1. the United States Pete Sampras 286 2. the Czech Republic the United States Ivan Lendl 270 3. the United States Jimmy Connors 268 4. the United States John McEnroe 170 5. Switzerland Roger Federer 148 Stand: 27. November 2006 * Weltrangliste Mit 1674 Punkten (2006) hält Federer den Rekord für die meisten Punkte im ATP-Champions Race, das 2000 eingeführt wurde. Platz zwei und drei hält ebenfalls Federer mit 1345 Punkten (2005), resp. 1267 Punkten (2004). Im Entry-System der ATP hält Federer den Rekord von 8370 Punkten (Stand 20. November 2006) und konnte die Marken von 7000 und 8000 Punkten als erster Spieler seit Einführung des Wertungssystems übertreffen. Außerdem ist er der Spieler mit den meisten Punkten in dieser Weltranglisten-Wertung am Jahresende mit 8370 Punkten (2006). Daneben ist Federer einer von nur vier Spielern (neben Jimmy Connors, Ivan Lendl und Pete Sampras), der seine Position an der Spitze der Weltrangliste für zwei gesamte Kalenderjahre behaupten konnte (2005 und 2006). Seit dem 12. November 2006 steht fest, dass Federer mindestens 161 Wochen ununterbrochen an der Spitze der Weltrangliste stehen wird und somit am 26. Februar 2007 den bisherigen Rekord von Jimmy Connors (160 Wochen, 1974-1977) übertreffen wird. * Siegesserien In seiner bisherigen Karriere konnte Federer eine Reihe von Siegesserien in verschiedenen Bereichen vorweisen. So konnte Federer 26 Siege in Folge gegen Gegner aus den Top-10 der Weltrangliste feiern (Oktober 2003–Januar 2005). Der Schweizer hält ebenso den Open-Ära-Rekord für die meisten Finalsiege in Folge (24). Dabei war Federer auch der erste Spieler, der eine Saison mit mehr als zehn Saisontiteln ohne Finalniederlage beenden konnte (2004). Auf Rasen und auf Hartplatz hält der Schweizer die Rekorde für die längsten Siegesserien, auf Hartplatz mit 56 Siegen (2005 bis 2006), auf Rasen mit 48 Siegen in Folge (2003-2006, Serie dauert noch an). Federer ist mit 55 Siegen und neun Titeln in Serie zudem neuer Rekordhalter bei US-amerikanischen Turnieren. Roger Federer ist ebenfalls der erste Spieler der Open-Ära, der zehn oder mehr Turniere in drei aufeinander folgenden Jahren (2004, 2005 und 2006) gewinnen konnte. * Tennis Masters Series In der 1990 als Tennis Masters Series eingeführten Turnierserie hält Federer ebenfalls wichtige Rekorde. So konnte er 2005 als erster Spieler überhaupt vier Turniere dieser Kategorie in einer Saison gewinnen. Dies gelang ihm in der folgenden Saison erneut. Zudem konnte er als erster Spieler 2005/06 vier Turniere dieser Kategorie hintereinander gewinnen. Die Turniere in Indian Wells und Miami konnte Federer als bisher einziger Spieler zweimal hintereinander gewinnen, bei den vier nordamerikanischen Turnieren (Indian Wells, Miami, Kanada und Cincinnati) trug sich Federer als dritter Spieler nach Andre Agassi und Michael Chang in jede der vier Siegerlisten mindestens einmal ein. * Tennis Masters Cup Federer ist der erste Spieler seit Ivan Lendl (1987–88), der den Tennis Masters Cup zwei Jahre hintereinander ohne Matchverlust gewinnen konnte. Dabei ist Federer auch der einzige Spieler, der in der 35jährigen Geschichte des Masters Cup ein Spiel mit einer sogenannten Brille (6:0, 6:0) im Halbfinale 2005 gegen den Argentinier Gaston Gaudio) gewann. Zudem ist Roger Federer derjenige Spieler, welcher am frühesten das Ticket für das Masters holte. Er ist seit 5 Jahren auch immer bei diesem letzten Turnier der Saison dabei und hatte dabei in allen Round Robins eine makellose Bilanz (15 Siege) und qualifizierte sich demnach immer souverän mindestens für das Halbfinale. * Sonstige Rekorde Nach Björn Borg (1979) war Roger Federer 2004 der erste Spieler, der hintereinander Turniersiege auf Rasen (Halle, Wimbledon), Sand (Gstaad) und Hartplatz (ATP Masters Series in Toronto) erreichte. In der Saison 2006 brach Federer die alte Bestmarke von Pete Sampras an gewonnenen Preisgeldern im Verlauf einer Saison. Sampras brachte es auf $6,498,311 in der Saison 1997, Federer steht mit alleiniger Rekord bei $8,343,885 (20.11.2006) . Dabei ist zu beachten, dass einerseits die Preisgelder bei den einzelnen Turnieren seit 1997 stark angestiegen sind. Andererseits wird der Grand Slam Cup bei dem Sampras 1997 durch seinen Sieg $2,000,000 gewinnen konnte, seit 2000 nicht mehr ausgetragen. Seit 14. November 2006 ist Roger Federer der erste Spieler, welcher in einer Saison mehr als US$ 7 Mio., bzw. 8 Mio Turnier-Preisgelder erzielen konnte.

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